Sonntag, 15. Januar 2017

Jandy Nelson: Ich gebe dir die Sonne



Rund dreizehn Jahre lang teilen die Zwillinge Noah und Jude alles außer ihrem Körper. Dann kommt es zu ersten Zerwürfnissen. Beide beanspruchen die Position als Lieblingskind der Mutter, und während der sensible Noah sich fast ausschließlich mit dem Malen beschäftigt und sich in den Nachbarjungen Brian verliebt, wird Jude zu einem oberflächlichen, frühreifen Partygirl. Dann trennen sich ihre Eltern. Ehe die Mutter sich zu ihrer neuen Beziehung bekennen kann, verunglückt sie tödlich. 

Erneut verschieben sich die Positionen der Zwillinge grundlegend. Jetzt wird Noah der Oberflächliche: Er gibt das Malen auf, schließt sich einer sportbegeisterten Clique an und leugnet seine Homosexualität. Jude dagegen zieht sich ganz in sich selbst zurück, lässt sich von Ängsten und Aberglauben lenken und tut alles, um den schrulligen Bildhauer Guillermo als Mentor zu gewinnen.

Erst nach und nach stellt sich heraus, was die beiden Geschwister so verändert hat, welchen Verrat beide am jeweils anderen, an den Eltern und sogar an sich selbst begangen haben. In dieser verwickelten Geschichte kreuzen sie immer wieder die Wege bestimmter Personen, die auch untereinander auf mehreren Ebenen verbunden sind. Erst als Jude und Noah ihre neue Position gefunden und einander ihre Verfehlungen eingestanden haben, können sie wieder aufeinander zugehen, und am Ende findet jeder sein ganz persönliches Glück.

„Ich gebe dir die Sonne“ erzählt in der Ich-Form in längeren Kapiteln abwechselnd aus Noahs und aus Judes Perspektive, und zwar auf allerhöchstem sprachlichen Niveau. Die Dialoge sind lebendig und altersgerecht, die Formulierungen ungewöhnlich, originell und sehr poetisch. Sowohl in Noah als auch in Jude kann man sich so gut hineinversetzen, dass es schwer fällt, den jeweiligen Ich-Erzähler zu verlassen, wenn die Perspektive erneut wechselt. 

Der Leser begleitet die Zwillinge über einen Zeitraum von drei Jahren, in denen sie von einer eng verbundenen Einheit zu ganz unterschiedlichen, rivalisierenden Geschwistern werden, die nicht nur zahlreiche Geheimnisse vor einander verbergen, sondern auch viel Schuld auf sich laden. Kleine, spontane Gehässigkeiten ziehen unabsehbare Konsequenzen nach sich, an denen beide fast zerbrechen. Das ist sehr eindrucksvoll geschildert, und auch die Nebenfiguren sind plastisch und lebendig beschrieben.

Auf den letzten 100 Seiten werden dann alle Verwicklungen und Missverständnisse geklärt, doch leider erhält der Roman dadurch einen hohen Kitschfaktor, der mein zuvor sehr großes Lesevergnügen stark getrübt hat. Die geheimen Wünsche aller Beteiligten werden erfüllt, die Konflikte lösen sich auf, strahlende Zukunftsperspektiven eröffnen sich, Liebende finden zueinander, es wird mutig bekannt und großzügig verziehen – das war mir zu viel Happy End für einen ansonsten so starken, ehrlichen und emotional bewegenden Roman.


Trotzdem bleibt „Ich gebe dir die Sonne“ ein empfehlenswertes Buch, ganz besonders wegen seiner außergewöhnlich kreativen Sprache und der vielen witzigen Ideen, die gut zu den künstlerisch begabten, vielschichtigen und nicht alltäglichen Figuren des Romans passen.

Sonntag, 8. Januar 2017

Kongress für Schreibende

Der Freie Deutsche Autorenverband Berlin e.V. veranstaltet vom 31. März bis 02. April 2017 einen Kongress für Schriftsteller(innen) in Birkenwerder bei Berlin. 

Folgende Workshops werden angeboten:

  • Vom Roman zum Drehbuch (Katja Mischke, Berlin)
  • Systemisches Schreiben. Genogramme und Aufstellungen zur Entwicklung von Figuren und Plots (Helga Rattay, Braunschweig)
  • Journalistisches, biografisches und literarisches Schreiben (Abini Zöllner, Berlin)
  • Dramaturgie (Olaf Wielk, Berlin)


Darüber hinaus können die Teilnehmer Buchpräsentationen vornehmen, es gibt einen szenisch-literarischen Spaziergang durch das Tagungshotel Andersen, ein Buchquiz und einen Poetry Slam.

Der Kongress richtet sich ebenso an Berufsautor(inn)en wie an Amateure. Grundkenntnisse werden vorausgesetzt.

Die Teilnahme am gesamten Kongress kostet im EZ 210 €, im DZ 190 €, einschl. 2 x Frühstück, 1 x Mittagessen und 2 x Abendessen)

Tagesgäste bezahlen für den Samstag (Workshop 1 bis 3) 85 € inkl. Mittagessen, für den Sonntag (Workshop 4) 35 € ohne Verpflegung). 

Anmeldeschluss ist der 1. Februar 2017.

Alle weiteren Infos und Anmeldeformulare unter http://www.fda-berlin.de/aktuelle-projekte/fda-autorenkongress-2017/

Dienstag, 20. Dezember 2016

Im eigenen Saft

Die deutsche Literaturlandschaft hat einen wachsenden Drang zur Zerstückelung. Damit meine ich nicht blutrünstige Thriller, in denen die Opfer scheibchenweise tranchiert werden – zumal die nach wie vor meist aus den USA kommen –, sondern die Aufteilung in Genres, Untergenres und Unter-Untergenres.

Jedes Buchmanuskript, das deutsche Autoren am Markt platzieren und veröffentlicht sehen wollen, muss sich so kleinteilig wie möglich kategorisieren lassen. „Roman“ genügt nicht − wer soll denn so was kaufen? Wir kaufen ja schließlich auch keinen Saft. Wir wollen Ananas-Guave-Nektar, Johannisbeer-Rhabarber-Schorle, Papaya-Direktsaft oder Minze-Spinat-Mango-Smoothie, kalorienarm gesüßt, ohne Konservierungsstoffe, frisch gepresst, aus biologischem Anbau, in der Glasflasche, in PET mit und ohne Pfand oder im Tetrapak.



Im Lebensmittelhandel ist die Kennzeichnungspflicht längst Alltag, im Buchhandel beginnt sie sich gerade durchzusetzen. Krimi? Was heißt denn hier Krimi? Schweden, Ostsee oder Eifel? Blutig, literarisch oder satirisch? Kapitalverbrechen oder Kleinkriminalität? Frauen-, Männer-, Jugend- oder Kinderkrimi? Alternder einsamer Ermittlerwolf, junges, durchgestyltes Duo oder zehnköpfiges Spezialistenteam? Oder wird der Fall von Katzen, Schafen oder Heuschrecken gelöst?

Die Verlage haben zu kämpfen. Sie sehen sich einer unkontrollierbaren Welle von Selfpublishern, kostenlosen Online-Plattformen, Audioformaten und Push-Story-Anbietern für das Smartphone gegenüber, und denen müssen sie etwas entgegensetzen, um ihr Geschäftsmodell – den guten alten Verkauf von Büchern – in die Zukunft tragen zu können und weiterhin saftige Gewinne zu erzielen.

Der Endverbraucher will genau wissen, was drin ist, ehe er kauft. Auch das Buch ist ein Konsumgut, und der Kunde möchte sich gründlich informieren, ob es in seinen Lifestyle passt oder unerwünschte Zutaten enthält, auf die er allergisch reagiert, zum Beispiel männliche Protagonisten, Rückblenden oder Kapitel von mehr als zwanzig Seiten. Andere Zutaten dagegen sind besonders begehrt, darunter Gestaltwandler, Morde vor der eigenen Haustür, raffinierte Mädchen, dominante Männer (sofern sie sehr, sehr gut aussehen), antriebsarme Ich-Erzähler, historische Landschaften und Berghain-Partys.


Die Verlage haben das längst verstanden. Nur die Autoren hinken da ein bisschen hinterher. Die glauben immer noch, Literatur folge denselben Gesetzen wie die Saftherstellung vor dreihundert Jahren: Sie pflanzen den Kern ihrer Idee ein, verfolgen über Jahre hinweg ihr Wachsen und Gedeihen, pflegen ihr kleines Bäumchen, düngen und wässern, beschneiden seine Äste, wenn es zu wild wuchert, und trägt es endlich Früchte, dann wählen sie die schönsten davon aus, pflücken sie, legen sie behutsam einzeln in einen gepolsterten Korb, tragen sie nach Hause, waschen, schälen und entkernen sie und pressen sie sorgfältig zu einem süßen, dickflüssigen, köstlichen Getränk.

Liebe Autoren, ihr habt Recht. So entsteht Literatur.

Aber wollt ihr nun Romane schreiben oder Bücher verkaufen? Da müsst ihr euch schon entscheiden!


Freitag, 9. Dezember 2016

Todd Hasak-Lowy: Dass ich ich bin ist genauso verrückt wie die Tatsache, dass du du bist

Das Leben des 15-jährigen Darren Jacobs steckt gerade mitten in einer radikalen Veränderung. Sein älterer Bruder Nate, zu dem er ein enges Verhältnis hat, ist in eine weit entfernte Stadt gezogen, um zu studieren. Seine Mutter ist nach der Trennung von ihrem Mann fast nur noch beruflich in Kalifornien unterwegs. Und dann eröffnet sein Vater ihm auch noch, dass er schwul ist.

Gleichzeitig beginnen Mädchen in Darrens Leben eine größere Rolle zu spielen. Besonders Zoey, die eigentlich gar nicht sein Typ ist, mit der er jedoch ein außergewöhnliches Wochenende verbringt und die er seither nicht mehr aus dem Kopf bekommt, obwohl sie wie vom Erdboden verschluckt zu sein scheint. Leider kann daran auch die nette Rachel nichts ändern, die voller Zuneigung an Darren hängt und sich mehr erhofft.

Mit Ausnahme der unerwarteten Enthüllung seines Vaters hat Darren also überwiegend mit relativ durchschnittlichen Problemen zu kämpfen, wie sie wohl den meisten Teenagern seines Alters begegnen: erste Kontakte mit Alkohol und Cannabis, Fahrprüfung, Auftritte mit dem Schulorchester, Knutschereien ohne Fortsetzung, nervtötende elterliche Auseinandersetzungen und das Fehlen eines besten Kumpels, mit dem man alles besprechen könnte.

Wirklich einzigartig wird Todd Hasak-Lowys Roman allerdings durch seinen formalen Aufbau. Er gliedert sich in vier Teile, von denen jeder einen Tag in Darrens Leben wiedergibt, zwei davon im April, einen im September und zum Schluss seinen 16. Geburtstag Ende November. Jedes Kapitel dieser vier Teile besteht aus einer Liste mit 0 bis 43 Stichpunkten, die aber die Geschichte genauso chronologisch forterzählen, wie das auch ganz normale Prosa täte – nur dass sich durch diesen formalen Kniff die Chance eröffnet, vieles zu erklären, das sich sonst nur mühsam so kompakt in einem Roman unterbringen lässt, beispielsweise „12 Eckdaten zur Person von Darren Jacobs“, eine Liste, durch die der Leser in Kurzform ein umfassendes Bild des Protagonisten geliefert bekommt.

Die Listen enthalten auch Gedanken, die Darren sich macht („8 weitere Folgerungen aus der neuen Situation, über die Darren nachdenkt“), sind teilweise als längere Dialoge aufgebaut („43 Bestandteile eines Streits, der so unvermittelt ausbricht, dass Darren schon zehn Sekunden später nicht mehr genau weiß, wie er anfing“), liefern Rückblenden („6 Dinge, die passieren mussten oder noch müssen, bevor die Accidents einen echten [bezahlten] Auftritt landen können“) und sind häufig skurril, witzig oder ironisch.

Man darf sich Dass ich ich bin ist genauso verrückt wie die Tatsache, dass du du bist trotz dieses formalen Aufbaus nicht als trockene Aufzählung von Fakten oder Stichpunkten vorstellen. Tatsächlich gibt es innerhalb der einzelnen Punkte immer wieder längere erzählende Passagen, die sprachlich sehr gut auf die Zielgruppe abgestimmt und dabei literarisch durchaus anspruchsvoll sind. Die Listenform ist also keine Einschränkung, sondern eine originelle und humorvolle Durchbrechung und letztlich Erweiterung des literarischen Erzählens.

Dass jede Liste eine eigene neue Seite bekommt, manche aber sehr kurz sind, erklärt übrigens auch das enorme Volumen des Buches. Gleichzeitig könnte das durchaus ein Anreiz für etwas weniger lesefreudige Teenager sein, denn der Text wird in überschaubaren Häppchen geliefert und lässt sich auch mit einer geringeren Aufmerksamkeitsspanne gut bewältigen.


Ob man den Roman nun unter diesem Aspekt der Originalität liest oder ihn einfach als anrührende Coming-of-Age-Geschichte mit einigermaßen glücklichem Ende aufnimmt, bleibt dem Leser selbst überlassen. So oder so wird deutlich, dass der pummelige, einsame und noch recht kindliche Darren innerhalb der beschriebenen sieben Monate eine deutliche Entwicklung durchgemacht hat.

Todd Hasak-Lowy: Dass ich ich bin ist genauso verrückt wie die Tatsache, dass du du bist, Beltz & Gelberg, 654 Seiten, 18,95 Euro

Sonntag, 4. Dezember 2016

Textremisten! Autorenlesung in der Kleinen Weltlaterne

Nach dem großen Erfolg des Vorjahres werden wir auch 2016 wieder mehr oder weniger Weihnachtliches aus den heimischen Ideenküchen servieren.



Übrigens, man kann ja der Frage nach Weihnachtsgeschenken zurzeit kaum aus dem Weg gehen, daher ein kleiner Tipp: Viele der Autor(inn)en bringen Exemplare ihrer Buchveröffentlichungen mit.

Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Branchentreff




  • Muss jeder Autor noch einen "Brotjob" haben, der schlimmstenfalls nicht mal ansatzweise etwas mit Wörtern zu tun hat? 
  • Wie können sich Schreibende am Markt positionieren und ihre "Marke" festigen?
  • Lohnt es sich, in der Künstlersozialkasse und bei der VG Wort Mitglied zu werden?
  • Welche Netzwerke gibt es in Berlin?
  • Wie ist es eigentlich um Fördermittel und Stipendien für literarische Projekte bestellt?


Das ist nur ein kleiner Ausschnitt der Fragen, die auf dem Ersten Berliner Branchentreff Literatur besprochen und beantwortet werden.

Vom 2. bis zum 4. Dezember gibt es in der Lettrétage am Mehringdamm 61 Workshops, Netzwerkpflege, Diskussionsrunden, Vorträge und Beratung für freiberuflich Schreibende. Der Link oben verweist auf das ausführliche Programm.

Unbedingt empfehlenswert!

Samstag, 26. November 2016

B wie BrewDog: eine Love Story in 5 Kapiteln

Das Buch


Im vergangenen Sommer beauftragte mich der Redline Verlag in München, das Buch Business for Punks von James Watt ins Deutsche zu übersetzen. Eine willkommene Abwechslung, denn anders als in den sonst eher trockenen Business-Büchern wird hier auch mal deftig geflucht, sarkastisch gewitzelt und verschmitzt mit den Augen gezwinkert.

James Watt und sein bester Freund Martin Dickie begannen 2004 in der sprichwörtlichen Garage mit dem Brauen von Bier, immer dabei ihr Hund, der dem Unternehmen später zum Namen verhalf. Mit Witz, Frechheit und unkonventionellen Geschäftsideen bahnten die beiden Punks sich ihren Weg nach ganz oben. Mittlerweile betreiben sie rund 50 BrewDog-Bars weltweit, haben über 500 Mitarbeiter und mehr als 30.000 Anteilseigner.

Wie man sich selbst treu bleibt, Fans statt Käufer gewinnt und dabei rasante Erfolge erzielen kann, beschreibt James in Business für Punks auf amüsante und typisch britische Art. Das Buch wurde inzwischen in 15 Sprachen übersetzt, und wie James mir erzählte, sollen die meisten Übersetzer über diese Arbeit gestöhnt haben. Keine Ahnung wieso, ich hab davon nur Durst bekommen!

Leser und Autor





Finde die Unterschiede!


Die Bar


Im November hat nun endlich auch in Berlin eine BrewDog-Bar ihre Zapfhähne geöffnet. Das lange Warten hat sich gelohnt. In der Ackerstraße 29 in Mitte findet der durstige Gast eine großzügige, gemütlich eingerichtete Location; an wärmeren Tagen kann er auch vor der Tür oder hinter dem Haus im Biergarten trinken und essen.

Drinnen wie draußen: Ackerstr. 29

Trinkstrategisch die günstigste Position

Hier kann man auch Grundlagen schaffen
 
Alter: gemischt

Rot und Gold mit WLAN

Lauschige Nischen für intimere Bedürfnisse

Wo gibt es so was schon noch?!

Networking included



Der Boss


Zur Eröffnung war auch TopDog James Watt angereist – um seine Berliner Biertrinker persönlich zu begrüßen, mit allen mal ein Schwätzchen zu halten, sein Buch zu signieren und bei einer Lokalrunde (ausgeschenkt wurde der Headliner Punk IPA) auf die Theke zu springen, um eine kleine Ansprache zu halten.

James ist so bodenständig, freundlich und charmant, wie man das als Chef eines internationalen Imperiums überhaupt sein kann. Und was die Berliner besonders begeisterte: Er spricht hervorragend und praktisch fehlerfrei Deutsch. (Das Geheimnis: ein sechsmonatiger Aufenthalt in Dortmund und eine deutsche Exfreundin.)


Fantalk

Konzernchef zum Anfassen



So sieht ein zufriedener Barbesitzer aus

Auf eine glänzende Zukunft!





Und schwupp! 

Das Bier


Natürlich braut auch BrewDog nach dem Reinheitsgebot. Trotz ihrer schrägen Namen wie Dead Pony Club, Cocoa Psycho oder Elvis Juice finden sich in BrewDog-Bieren keinerlei Zusatz- oder Konservierungsstoffe, nur Hopfen, Malz, Hefe und Wasser. Dass sie trotzdem eine absolute Geschmackssensation darstellen und – genau wie edle Weine – an Mango, Rauch, Lychee oder Schoko-Vanille erinnern, ist eben das Geheimnis ganz großer Braukunst!

Übrigens bekommt man bei BrewDog Berlin nicht nur 30 Biere vom Fass, sondern auch jede Menge Flaschen- und sogar Dosenbiere, sowohl von BrewDog als auch von anderen Craft-Beer-Brauereien. Konkurrenzdenken gibt es in dieser Branche offenbar nicht. Wie James mir erzählte, ist er befreundet mit dem Inhaber von Stone Brewing, einer amerikanischen Craft-Beer-Brauerei mit ebenfalls sehr empfehlenswerter Gastronomie in Berlin-Mariendorf, die Platz für 1.200 Gäste bietet. James hat ihr unmittelbar vor der abendlichen Eröffnung seiner eigenen Bar noch einen Besuch abgestattet. Witzig: So wie BrewDog sich am Punk orientiert, spielt Stone Brewing mit der Rocker-Ästhetik.

Ehe der Gast aus der BrewDog-Bar torkelt, sollte er sich unbedingt noch ein paar Andenken mitnehmen: gut gekühlte Craft-Beer-Flaschen oder -Dosen aus aller Welt für die Heimfahrt oder BrewDog-Merchandising wie T-Shirts, Schlüsselbänder, Flaschenöffner, Badges und Aufkleber für zu Hause.

Zum Mitnehmen

Jederzeit gern!

Hier gibt's auch was für Zöliakisten

Sieht gruselig aus, schmeckt aber lecker


Die Belohnung



Übersetzen macht Spaß, ist aber auch knallharte Arbeit, besonders bei knappen Deadlines, die ihren Namen keineswegs zufällig tragen. Da macht es natürlich doppelt Freude, wenn diese Leistung später honoriert und anerkannt wird, nicht nur in Form einer bezahlten Rechnung, sondern auch – wie bei BrewDog – in Naturalien. 

Meine persönliche Belohnung bestand in einem „Flotten Vierer“: je 0,2 Liter der BrewDog-Headliners Punk IPA (mein Favorit!), Dead Pony Club, 5am Saint und Jet Black Heart, einschließlich einer liebevoll handschriftlich notierten Namensliste, damit man weiß, was am meisten flasht. Hinzu kam dann noch die Lokalrunde, und ich kann sagen, dass ich nicht mehr ganz nüchtern war, als ich den langen Heimritt antrat. 

Aber eins kann ich versichern: BrewDog und Kater passen so wenig zusammen wie Hund und Katze! 

Kein Bier, sondern vier
James Watt: Business für Punks. Brich alle Regeln! Aus dem Englischen von Jordan T. A. Wegberg. Redline Verlag 2016, 256 S., 19,99 Euro

BrewDog Bar, Ackerstr. 29, 10115 Berlin, Öffnungszeiten: 10 bis 0 Uhr, Fr/Sa 10 bis 2 Uhr