Donnerstag, 30. Juli 2015

Hors d'oeuvres zu meinem nächsten Roman "Grenzverletzungen" - guten Appetit!




Noch gut einen Monat dauert es bis zum Erscheinen meines neuen Romans "Grenzverletzungen". Aber wer neugierig ist, kann sich gern schon mal die Pressemappe des Verlags dazu anschauen:

Pressemappe "Grenzverletzungen"

Es gibt auch ein Video, in dem ich Fragen zum Buch beantworte:

Autorenvideo T. A. Wegberg über "Grenzverletzungen"

Und merkt euch bitte schon mal den 15. September vor! Um 20 Uhr gibt es die exklusive Book Release Party in der Berlin Rock Photo Gallery, Kastanienallee 32, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg. Eintritt frei!




Samstag, 25. Juli 2015

Mother India - Wassermusik im Haus der Kulturen der Welt

Alljährlich gibt es im Berliner Haus der Kulturen der Welt vier Wochen lang „Wassermusik“, ein Festival, das nicht nur die Musik, sondern auch Literatur, Filme, Speisen, Getränke und andere kulturelle Besonderheiten eines bestimmten Landes feiert. In diesem Jahr ist Indien an der Reihe.


Seit gut 15 Jahren ist Indien eine kulturelle Offenbarung für mich. Ich habe alles an indischer Literatur gelesen, was auf dem Markt verfügbar ist, mich durch die Speisekarten indischer Restaurants probiert, erfolglos den Hinduismus zu ergründen versucht, mir ein umfangreiches Sortiment an Räucherstäbchen zugelegt und eine Reihe von Bollywood-Filmen über mich ergehen lassen.

In erster Linie aber hat Indien sich mir über seine Musik erschlossen. Dass Goa-Festivals für mich das unübertroffene Highlight des Jahres bedeuten, wurde hier ja schon erwähnt. Aber ich habe mich auch sehr intensiv mit dem sogenannten Asian Underground beschäftigt, also der Verschmelzung traditioneller indischer Rhythmen, Melodien und Instrumente mit modernen musikalischen Strömungen wie Elektro, Dubstep oder Triphop.

Und genau das stand für Freitagabend auf dem Programm im Haus der Kulturen der Welt. Also: hin!

Die Bühne für die Bands steht im Wasser eines flachen Beckens, auf der Wiese davor ist reichlich Platz für das Publikum, und rund 40 blaue Liegestühle laden zu einem entspannten Sommerabend ein. Die sind bei meinem Eintreffen – eine gute halbe Stunde vor dem Beginn des Konzerts – zwar noch frei, aber ohne Ausnahme bereits als „reserviert“ gekennzeichnet – durch Taschen, Jacken oder sogar durch einen über drei Stühle hinweg gespannten Schal. Da haben wohl einige Besucher im Mallorca-Urlaub gut aufgepasst.

Na, macht nichts. Ich hole mir erst mal einen Cocktail mit dem verheißungsvollen Namen „Goa Heat“ einschließlich der gut gemeinten Warnung des Barmixers: „Das ist aber ganz schön starkes Zeug, was Sie da bestellen!“



Die erste Band des Abends ist Swami aus London. Sie sind pünktlich, sie sind zu siebt, und gleich mit dem ersten Song machen sie mächtig Druck. 



Das beflissene Bildungsbürgertum wirkt ein wenig verstört, während der charismatische Sänger Sur immer wieder zum Aufstehen, Tanzen, Mitklatschen animiert.



Die erhoffte Offenbarung sind Swami und ihr „Desi Rock“ nicht unbedingt. Ihre Musik hat nur geringe Spuren von indischen Wurzeln und auch nur einen Hauch von Elektro. In erster Linie machen sie eingängige, poplastige, dancefloortaugliche Songs ohne besondere Ecken und Kanten, aber live mit viel Charme und Selbstbewusstsein vermittelt.

So nach und nach tauen die ersten Zuschauer auf und beginnen zaghaft mit den Füßen zu wippen. Wie bei jedem Live-Event gibt es auch hier jene nicht mehr ganz junge einzelne Frau, die schon bei den ersten Takten ekstatisch und selbstvergessen Hüften, Arme, Beine und Haare schlenkert, häufig in mehrere Richtungen gleichzeitig und selten im Rhythmus der Musik. (Vielleicht ist es ja immer dieselbe, und vielleicht macht sie das beruflich.)



Nur wenige machen jetzt noch ostentativ deutlich, dass sie sich kulturell unterfordert fühlen.



Die Atmosphäre wandelt sich allmählich von Hochkultur zu Picknickwiese. Prenzlauer-Berg-Familien bringen ganze Scharen von Kleinkindern mit, deren Ohren sie fürsorglich mit Wachspfropfen versiegelt haben, Pappschalen mit Würstchen und Lammcurry werden umhergetragen, Schuhe abgestreift und leere Bierbecher mitsamt Pfandmarke folgsam zum Verkaufsstand zurückgebracht.



Der zweite Act des Abends heißt Red Baraat und kommt aus New York. Auch sie sind eine große Truppe, acht Musiker diesmal, mit zwei Schwerpunkten: Percussions und Blech.



Ihre Songs pendeln irgendwo zwischen Jazz, Bhangra und Balkan Beats und reißen das Publikum von Anfang an mit. Jetzt hopst der Hipster und hüpft der Hippie, oben tanzt der Turban und unten der Turnschuh. Die Sonne sinkt, die Stimmung steigt.




Ganz vorne sitzt eine alte Lady barfüßig auf ihrem Rollator und reißt begeistert die Arme in die Luft. Und die vormals so erbittert umkämpften Liegestühle will plötzlich keiner mehr haben. Applaus für Mother India!


Mittwoch, 15. Juli 2015

Greifbar nah!





Da sind sie, die ersten gedruckten Exemplare meines Romans "Grenzverletzungen"! Im Buchhandel werden sie erst ab 1. September zu haben sein, aber der Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag und die Druckerei waren schnell, effizient und fleißig.

Es ist immer noch ein großartiges Gefühl, das eigene Buch in den Händen zu halten, auch noch beim sechsten Mal!

Montag, 13. Juli 2015

Ohne Alyosha



Als du noch jung warst, bist du gerne gerannt. Ins freie Feld hinein, Meter um Meter, hinter einem Kaninchen her oder einfach so, bis zum Horizont und manchmal sogar darüber hinaus. Aber du hast schnell gelernt, deinen Menschen nicht aus den Augen zu verlieren. Eiltest du beim Spaziergang zu weit voraus, versteckte ich mich oft hinter einem Baum. Wenn du mich dann fandest, freuten wir uns beide.



Dein Temperament war legendär. Kein Abhang war dir zu steil, kein Gewässer zu tief, kein Graben zu breit. Stundenlang konntest du dem Ball hinterherpreschen, den ich dir warf, und wenn er in einer tiefen Schneewehe oder einem dichten Gebüsch verschwand, gabst du nicht auf, bis du ihn mir triumphierend zurückbringen konntest.



Weißt du noch, wie du dir in deinem Eifer beim Apportieren einen Stock durch die Zunge gerammt hast? Wie du von der steilen Kaimauer in den See gesprungen bist und nicht wieder rauskamst? Wie du in einem flachen Gewässer mit den Hinterbeinen im Schlamm stecken bliebst und ich die Feuerwehr rufen musste, damit sie dich mit einem Enterhaken herausangelten? Wie du im Tiergarten verloren gingst und ich dich Stunden später aus dem Polizeigewahrsam abgeholt habe?



Du bist mit mir durch Wälder gestreift, an Stränden entlanggetollt, durch Seen geschwommen und auf Berge gestiegen. Du bist Auto, Bus, Bahn, Taxi, Schiff, Aufzug, Rolltreppe, Fahrrad und Schlitten mit mir gefahren. Du warst mit mir im Theater, im Museum, im Kino, in der Kirche, in Schulen und auf Messen. Du hast mit mir auf Goa-Festivals getanzt und mir bei Lesungen assistiert.




Knapp 40.000 Kilometer sind wir gemeinsam gewandert, du und ich. Fast ein Mal um die ganze Welt, obwohl wir die Grenzen von Berlin/Brandenburg nur selten überschritten haben.

Du warst immer bei mir.

Immer.

Ich weiß nicht, wie es sein wird ohne dich an meiner Seite. Ich weiß nicht, wohin ich gehen soll ohne dich – nicht einmal warum. Ich glaube, es wird entsetzlich wehtun, aber es tröstet mich, dass du jetzt keine Schmerzen mehr ertragen musst. Denn ich habe es dir versprochen damals, als du zum Horizont gerannt und immer wieder zu mir zurückgekehrt bist: dass du niemals sollst leiden müssen.




Mittwoch, 8. Juli 2015

Lesefließband

Drei Lesungen in zwei Tagen - anstrengend, aber schön. Am Dienstagmorgen las ich vor zwei neunten Klassen in der Stadtbibliothek Spandau aus "Ich kannte kein Limit", jenem Buch, in dem es um Alkohol und seine Auswirkungen auf die (Um-)Welt des 18-jährigen Sascha geht.

Danach reiste ich nach Neuruppin zum Literaturfestival querfeldeins, wo ich mit großem Vergnügen den beiden Poetry-Slammern Bas Böttcher http://www.basboettcher.de/ und Dalibor Markovic http://www.daliborpoesie.com/ zugehört habe. Respekt, meine Herren! Es ist ja nicht nur das Handwerkliche wie Beatboxing, Schnellstsprechen und Auswendigkönnen, das mir große Bewunderung abnötigt. Auch diese wunderbaren Sprachspielereien, die Fülle von witzigen, überraschenden, poetischen Wortkreationen - einfach toll.

Abends stellte ich im Café Tasca meinen Roman "Du weißt es nur noch nicht" vor. Mit der Textauswahl hatte ich mich am Vortag lange beschäftigt und viel experimentiert, aber ich denke, ich konnte einen zufriedenstellenden Querschnitt durchs Buch bieten, ohne zu viel zu verraten. Das ist bei einem Thriller ja nicht ganz so einfach. Vor allem, wenn man ihn hinterher noch verkaufen möchte.



Die Übernachtung im Hotel war zwar äußerst komfortabel, aber leider begann im angegliederten Café schon um 4 Uhr der morgendliche Backbetrieb - und jedes Geräusch wurde, von den Wänden des Innenhofes reflektiert, direkt hinauf durch meine geöffneten Zimmerfenster transportiert. Na, egal. Um 8 hätte sowieso der Wecker geklingelt.

Denn wenig später fand ja bereits die nächste Lesung statt, diesmal wieder aus "Ich kannte kein Limit". Und das in jenem Gymnasium, das bereits Theodor Fontane und Karl Friedrich Schinkel besucht haben. Schade, dass beide heute fehlten! Sie wurden aber würdig von Schülern aus Wittstock und Kyritz vertreten, die aufmerksam zuhörten und etliche kluge Fragen zum Text stellten.

Das Neuruppiner Literaturfestival querfeldeins findet noch bis Samstag statt und wartet mit zahlreichen großartigen Events auf. Wer mag, kann ja noch hingehen: https://www.facebook.com/querfeldeins.nrp


Montag, 6. Juli 2015

Antaris Project - Bildbericht



Antaris!

Ein ganzes Jahr lang habe ich auf dieses Wochenende gewartet und mich darauf gefreut.

In diesem Jahr fand das Goa-Festival zum 21. Mal statt; seit 2002 bin ich regelmäßig dabei. Es ist Jahresurlaub, Familientreffen, Glücks- und Energiespender in einem – und es funktioniert zuverlässig immer wieder.

Okay, dann führe ich euch mal rum! 




Als Erstes stelle ich euch meine tolle diesjährige Begleittruppe vor. Von links nach rechts: Max, Kim, Anoushka, Thomas und Anton. Das perfekte Team!






Bereits bei unserer Ankunft waren es über 35 Grad – und zwar im Schatten. Den allerdings sucht man auf dem Festivalgelände oft vergebens. Also muss man viel trinken, damit man nicht so sehr austrocknet wie der Rasen.


Außerdem sorgt die örtliche Freiwillige Feuerwehr gern für Abkühlung. Anderswo werden auf diese Weise Demonstranten von der Straße gejagt – hier jubeln sie dankbar und kommen immer wieder!




In der restlichen Zeit sammelt man sich mit allen verfügbaren Gefäßen um die einzige Wasserstelle des Platzes. Sehr erfrischend ist es auch, unter die kalte Dusche zu springen (das Holzgerüst rechts im Bild). Alles in allem fühlt man sich ungefähr wie in einem Slum am Rande von Mumbai. Nur dass die Anreise nicht so weit ist.



Inzwischen versammeln sich auf dem Dancefloor schon die ersten Tanzwütigen.



Wir nutzen die Zeit, um unser Ferienhaus im nahe gelegenen Ferchesar zu beziehen. Was für eine wunderbare Lage direkt am See! Ruhig, idyllisch, mitten in der Natur. Fast schade, dass wir nur ein paar Stunden zum Schlafen hier verbringen werden! Immerhin können wir auf der Veranda noch ein bisschen Festival-Styling vornehmen.



Im Licht der untergehenden Wüstensonne wird dann der Dancefloor offiziell eröffnet. Die Glückshormone kommen in Gang!




Wenn es dunkel wird, steigt die Stimmung sogar noch weiter. Denn jetzt wird der Dancefloor zu einem gigantischen, bunt leuchtenden Raumschiff, mit dem man sich bis in die psychedelischsten Winkel des Universums katapultieren kann.



Davon machen wir gerne ausführlichen Gebrauch!







Selbst nach 50 Stunden Dauertanzen, Rekordhitze und Schlafmangel herrscht Einigkeit darüber, dass wir alle nächstes Jahr um diese Zeit hier wieder zusammenkommen werden.



Denn es gibt keinen schöneren Ort auf Erden!



Donnerstag, 2. Juli 2015

Wie ein Schnitzel



In 24 Stunden bin ich da, wo ich mich das ganze Jahr über hinsehne: auf dem Antaris-Festival! Ich freu mich wie ein Schnitzel. Und werde nach drei Tagen Open Air bei 39 Grad wohl auch eins werden. Passt!

www.antaris-project.de

Mittwoch, 1. Juli 2015

Neue Projekte

Das Jahr hat Halbzeit und ich neue Pläne.

Bei meinem gestrigen Treffen mit der Lektorin von Rowohlt kristallisierte sich heraus, wie unser neues Romanprojekt aussehen könnte. Die Anregung dazu kam vom Verlag, aber es ist ein Thema, das gut in mein Beuteschema passt. Bei Senfei und Wiener Schnitzel haben wir die grobe Richtung besprochen.

Jetzt muss ich also ein Exposé schreiben. Ich HASSE Exposés!

Aber die Arbeit an diesem neuen Buch wird mir Freude machen, das weiß ich.

Nachmittags dann noch ein Treffen mit der Pressestelle von Schwarzkopf & Schwarzkopf, wo im September mein Roman "Grenzverletzungen" erscheint. Ich bin ganz entzückt von der großartigen Öffentlichkeitsarbeit, die dieser Verlag macht! Noch bevor das Buch in die Läden kommt, wird ein Newsletter mit ausführlichen Informationen und einem Autoreninterview verschickt.

Borderline ist kein leichtes und auch kein eingängiges Thema. Trotzdem ist es eins, das (fast) jedem von uns irgendwann mal begegnet. Hoffentlich nicht, indem wir selbst mit dieser Persönlichkeitsstörung zu kämpfen haben, aber möglicherweise ist es jemand aus dem Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis. Und genau darum geht es ja auch in "Grenzverletzungen": um die enorme Belastung für Angehörige und um die Frage, wie man damit umgehen kann.